Detailbeschreibung: Auf dem Kamelmarkt

Und da sind wir auch schon: ein großer Platz, auf dem etliche Kamele, Esel, Ziegen und Hühner zum Verkauf angeboten werden. Tuareg stehen in Gruppen, tauschen Neuigkeiten aus und führen Verkaufsgespräche, glückliche Käufer führen ihre Beute heim oder lassen sich von ihnen heimtragen, clevere Händler können bald zufrieden abziehen.

Kamelmarkt Erst gestern ist eine Karawane mit Salz aus den östlichen Oasen gekommen. Nur noch vereinzelt sieht man die großen grauen Salzstöcke zum Verkauf angeboten, der Großteil der Lieferung hat schon längst den Besitzer gewechselt. Salz ist kostbar, und das in den Oasen Bilma und Fachi hergestellte Salz ist reich an Mineralien, die für das Gedeihen der Viehbestände in den kargen Weidezonen von existenzieller Bedeutung sind. Kein Meersalz kann es ersetzen. Andere Futterzusätze sind unerschwinglich.
Die Karawanen bringen das Salz und in den Oasen geerntete Datteln in einem 15- bis 20-tägigen Gewaltmarsch für Tiere und Menschen von Bilma und Fachi durch die Ténéré nach Agadez. Dort wird ein Teil verkauft, andere Karawanen ziehen weiter nach Westen oder Süden. Das Salz wird in Bilma und Fachi auch heute noch zum größten Teil gegen andere Naturalien eingetauscht: die Karawanen bringen Hirse, Tee, Zucker, Kleidung, heutzutage auch die eine oder andere Batterie, Musikkassetten und vieles mehr nach Osten.

Am Nordrand des Kamelmarkts schließen sich kleine Bretterbuden an, der sog. Tuaregmarkt. Wieder einmal waren die Erwartungen zu hoch geschraubt, wurde uns doch in diversen Berichten eine Fülle exotischer Stoffe, traditionelle Tuareg-Kleidung, eine reichhaltige Auswahl an Tuareg-Schmuck in Silber, Leder und Stein, Talismane und Gewürze versprochen. Nun, es war ein sehr spärliches Angebot, hauptsächlich Lebensmittel und Second hand-Kleidung (nicht traditionell), dazwischen ein paar Salzlaibe und -kegel. Aber eigentlich sollten wir froh sein, war doch unsere Zeit recht knapp bemessen, wir wollten ja pünktlich zur Abfahrt im Hotel sein. Wir hätten uns doch sehr geärgert, durch 1001 Kostbarkeit nur hindurchhuschen zu müssen! Weder für eine höfliche Geschäftsanbahnung, noch für das obligatorische Handeln um den Preis hätten wir Zeit gehabt, von der Qual der Wahl bei der Auswahl des schönsten Stückes ganz zu schweigen.
Da hatten wir doch richtig Glück!


Zurück zum Reisebericht | Home