Detailbeschreibung: Zahnarzt-Praxis

Der nächste bitte! Wie bereits erwähnt, hatten wir unseren eigenen Zahnarzt dabei: Helmut. Er gab uns das gute Gefühl, im Notfall nicht auf den einheimischen Zahnarzt zurückgreifen zu müssen (wenn er überhaupt greifbar gewesen wäre, siehe Bericht über den Besuch des Central Hospitals). Helmut spricht auch noch bestens französisch, was ihn zu unser aller Sprachrohr machte und einer Dauerbelastung unterwarf, bei der man keinesfalls mehr vom erholsamen Urlaub sprechen konnte. "Helmut, kannst Du mal das fragen?", "Helmut, was hat er jetzt gesagt?", etc.

Da in unserer Gruppe - dem Schicksal sei Dank - alle rundherum gesund blieben, konnte Helmut die mitgebrachten Instrumente und Narkotika wie geplant an der einheimischen Zahn-Front einsetzen.
Das in Agadez gängige Verfahren zur schnellen Beseitigung von Zahnschmerzen ist das Rausbrechen des Zahnes und die Ruhigstellung der Wurzel - das hilft für eine gewisse Zeit. Natürlich infiziert sich so eine Wunde oft, fängt an zu eitern und höllisch zu schmerzen. Und das sind nicht die barbarischen Methoden irgendeines Quacksalbers auf dem Markt, nein, so macht's der ansässige Zahnarzt!

In den insgesamt vier Tagen, die wir uns in Agadez aufhielten, zog Helmut 9 Zähne und Wurzeln. Die von einer Neonröhre erleuchtete Hotelterasse wurde kurzerhand zur Zahnarztpraxis. Meistens assistierte Helmuts Frau - und los gings! Welcher Tuareg würde es wagen, da eine Miene zu verziehen, nackten Gesichts und im Beisein einer Frau ..?


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